Luxuria - Unkeuschheit

Bleistift, Farbstift, Aquarell
Wvz. 4631
Format: 700 x 500 mm
September 2010

Im Kontext des Christentums steht der Begriff der Keuschheit (keusch aus lat. conscius, „bewusst“, lat. Castitas), für eine erstrebenswerte, sittliche Tugend des Menschen.

Gleich bedeutend mit dem ethischen Konzept der Mäßigung, welches über die reine sexuelle Komponente dieses Begriffes weit hinaus geht.

Die Keuschheit einer Person umschreibt somit vor allem auch dessen natürlich erworbene Schamhaftigkeit im Umgang mit Dritten – sich diesen gegenüber gebührlich und vor allem immer respektvoll zu verhalten. Somit ist die „Keuschheit“ für Thomas von Aquin (eine der „eingegossenen Tugenden“) ein überaus gewichtiger theologischer Aspekt und für Luther gar – die Haupttugend des Evangeliums.

Im Zusammenhang mit den „7 Todsünden“, findet im Mittelalter der Gegenbegriff der Keuschheit, die sogenannte „Unkeuschheit“, eine inhaltliche Ambivalenz zur sogenannten „Lüsternheit“, auch gleichbedeutend mit der Wollust.

Um diesen primitiven klerikalen Ansinnen gerecht zu werden, wurden vor allem junge Frauen, um dessen Jungfräulichkeit vor ungeahnten Begehrlichkeiten aus dessen direktem Umfeld zu bewahren, oftmals mit einem sogenannten „Keuschheitsgürtel“ regelrecht verschlossen.

Bei diesem „Gürtel“ wird ein, hin zum Genital und durch den After breiter werdendes Eisenband, am rückwärtigen Part des Gürtels verschnürt und durch mehrere stabile Vorhängeschlösser gesichert.

Dieser „Keuschheitsgürtel“, der heute in bestimmten Kreisen als Fetisch Accessoire sogar als recht erotisierend empfunden wird, musste damals im Mittelalter, teils über Jahre, von Frauen recht schmerzhaft in Kauf genommen werden, nur um den Beweis ihrer noch vorhandenen Unschuld gerecht zu werden.

Der Schlüssel, um diesen Gürtel öffnen zu können, sollte im idealen Fall, an den angehenden Ehemann verkauft werden …