Acedia - Faulheit

Bleisitft, Farbstift, Aquarell
Wvz. 4627
Format: 700 x 500 mm
August 2010

In den bekannten möglichen Umschreibungen zu den sieben lateinischen Begrifflichkeiten der Urlaster finden sich interessanter Weise, neben den Menschen fehlleitenden Emotionen wie Eifersucht, Neid oder Zorn, auch negative passive Charaktereigenschaften wie Feigheit oder Hochmut.

Aber auch aktive – aktiv von daher, weil mit jenen Untugenden, wie zum Beispiel der Gefräßigkeit oder der Ausschweifung auch immer gleich eine entsprechende Handlung oder Aktivität verbunden wird.

Eine Sinn verbindende Verwandtschaft der übersetzten Begriffsmöglichkeiten untereinander, zu einem Laster, liegt nahe: So neigt ein habgieriger Mensch auch zum Geiz, ein zu stolzer Mensch zum Hochmut. Es ergibt sich somit eine gewisse Kausalität, nicht nur innerhalb der möglichen Begrifflichkeiten an sich, sondern auch unter den sieben Urlastern selber.

Ein durch Eifersucht (Invidia) zerfressener Mensch verfällt unter Umständen auch der Todsünde Ira – dem Zorn, Rachsucht oder der Vergeltung, als ihm einzig verbleibende Kanalisationsmöglichkeit seiner emotionalen Ohnmacht. All jenen die sich der Maßlosigkeit (Gula) in Form von Trunksucht und Gefräßigkeit (Gula) hingeben wird gleichsam unterstellt, dass sie in Folge des ständigen Übermaßes, bedingt durch den damit einher gehenden körperlichen und geistigen Verfall, letztendlich in der Faulheit (Acedia) landen.

Die gegenteilige, positive Umschreibung von Faulheit ist Fleiß, dem eine gewisse Vitalität bei gemessen wird. Der Faulheit dagegen, Trägheit und Apathie. Doch es ist nicht von Relevanz ob der Mensch nun in Gleichgültigkeit abgleitet oder durch Habgier oder Rachsucht getrieben wird – denn so unterschiedlich diese Motivationen auch sein mögen, eines haben sie gemeinsam: Sie entfernen den Menschen von Gott.