Acedia - Feigheit

Bleisitft, Farbstift, Aquarell
Wvz. 4552
Format: 700 x 500 mm
November 2009

Feigheit ist zunächst die vorwerfbare (kritisch gesehene) Neigung, sein Handeln durch Angst oder Furcht bestimmen zu lassen. Sie ist ein seelischer Zustand, in dem sich jemand aus Furcht einer Gefahr, dem Schmerz oder dem Tod nicht stellt und aus der Sicht Dritter häufig ehrlos zeigt.

Platon hat den Tyrannen als den ängstlichsten aller Menschen beschrieben, der, von Hass erfüllt, Hass um sich her fühlt, seine Komplizen verachtet und zugleich fürchtet und daher niemanden in seiner Umgebung duldet als Kreaturen. 1870 schreibt Engels an Marx: „Unter der Schreckensherrschaft verstehen wir die Herrschaft von Leuten, die selbst erschrocken sind“.

Im Brockhaus von 1894 wird die Feigheit beschrieben als ..habitueller Zustand des Gemüts, in welchem sich der Mensch vor Gefahren oder Schmerzen in dem Grad scheut, daß dadurch einesteils seine Freiheit und Thatkraft gelähmt, andernteils sein Gefühl für Ehre und Schande abgestumpft wird.

Als feige wird daher jemand oft vorwurfsvoll bezeichnet, wenn er es an Mut fehlen lässt und/oder den Konsequenzen seines Handelns ausweicht. (Minder schwer wöge es, als „furchtsam“ oder „zage“ bezeichnet zu werden.) Ein feiger Mensch ist ein Feigling. Als Ersatzwort für Feigling findet sich auch das seit dem 16. Jahrhundert belegte Wort Memme, bezogen auf „Weib“, was wiederum auf das mittelhochdeutsche memme, mamme als „Mutterbrust“ zurückgeht.