Luxuria - Genusssucht

Bleistift, Farbstift, Aquarell
Wvz. 4630
Format: 700 x 500 mm
September 2010

Die negativen Charaktereigenschaften, welche der Sünde „Luxuria“ zuzuordnen sind, umschreiben, neben dem hemmungslosen Ausleben des eigenen Geschlechtstriebes, eigentlich auch immer die Maßlosigkeit im Umgang mit Sinn erweiternden oder auch betäubenden Stimulanzien, aber auch das Übermaß im Verzehr von Nahrung, welche die Notwendigkeiten des alltäglichen Bedarfs, rein aus dem Antrieb der „Genusssucht“, mehr als deutlich überschreiten.

Im christlichen Denken und Glauben tief verwurzelt ist die Ansicht, dass jede Form der Sucht, die Abhängigkeit vom reinen Genuss, egal in welcher Form, den Menschen von Gott entfernt.

Das Thema der Sucht ist aber auch in den medialen und politischen Mechanismen einer modernen und aufgeklärten Gesellschaft ein mittlerweile ernsthaft diskutiertes Thema und wird nun endlich heute auch, dankbarer Weise, ohne weitere Vorbehalte offen angesprochen. Das war nicht immer so. Suchtproblematiken wurden bis Ende der 1960er Jahre in fast allen Gesellschaften und Schichten tabuisiert.

Neben den allseits und ewiglich klassischen Süchten, auch in allen Genrationen vor uns vorhanden, wie Alkohol und Drogen (Sex, Drugs und Rock ´n Roll), gesellt sich nun auch, im Zeitalter der Social Networks und der unglaublich zeitraubenden Online Rollen Spiele, noch die „Computer Online Sucht“ hinzu, welche in extrem Fällen, für ein nicht real vorhandenes soziales Umfeld, einen gern annehmbaren virtuellen familiären Ersatz anbietet.

Und hinsichtlich dieser Thematik geht es heute dabei ganz sicher nicht mehr um die damit vermeintlich einher gehende Entfernung zu Gott, sondern um die berechtigte Befürchtung, dass Genusssüchtige, mehr als andere, Gefahr laufen, den Bezug zur eigenen Gesellschaft und deren Realitäten zu verlieren, zur Randgruppe und gar zu problematischen Außenseitern degenerieren – und somit zur Last für die Allgemeinheit avancieren.